Familienbesuche und Heimreise

15 Sep

Bei Christl und Klemens hieß es am Morgen erst einmal warten – Petrus hatte wohl gemerkt, dass wir wieder in Deutschland sind und uns mit mit einem größeren Regenguss bedacht… Wir müssen schließlich merken, dass wir wieder “dahoam” sind. Aber bei einem ausgiebigem Frühstück, nettem Schwatz und anschließendem Weißwurstessen ließ es sich aushalten.

Über Familien- und Freunde-Besuch-Stationen in Freising, Aalen und Murrhardt ging es dann nach zwei Tagen durch den schön kurvigen Odenwald wieder Richtung Frankfurt. Nach drei Wochen die lieben Böcke wieder ab- und einzupacken – da wurden wir ein bissel wehmütig. Aber die nächste Tour kommt bestimmt!

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Pfiati!

13 Sep

Nach einem Espresso-und-Keks-Frühstück vor wundervoller Bergkulisse startete Jan um 8:00 zum Stilfserjoch… einem serpentinenlastigen Bergpass, sehr beliebt bei Motorradfahrern, die neue Herausforderungen suchen. Anne suchte lieber die Sachen zusammen, belud unsere Packesel und setzte sich anschließend mit dem zweiten Espresso zum Lesen in die Sonne. Nach Jans Rückkehr und Bericht zwei Stunden später ging es dann gemeinsam weiter zum Reschenpass, der ein “Nix-Pass”-ist, quasi das Gegenstück zum Stilfserjoch: Praktisch keine Kurven und daher arg langweilig.

So gar keinen Pass mehr unter die Räder zu bekommen war Anne dann natürlich auch nicht recht, aber nach wiederholtem meckern und pessimistischen Bemerkungen bekam sie ihn dann doch noch: der Fernpass war zwar beim Aufstieg fürchterlich voll, dafür gabs auf der anderen Seite erst den Blick auf die Zugspitze und dann eine Auto-,LKW-,Wohnwagenfreie Strecke – klasse!

Kurz danach waren wir dann eigentlich auch schon über Grenze – wieder dahoam, wenn auch noch Oberbayern. Da unsere Gastgeber in Herrsching, Christl und Klemens, erst abends wieder zu Hause sein wollten, entschieden wir uns kurzfristig für einen kleinen “Schlenker” über den “heiligen” Berg in Andechs. Und gönnten uns eine große Ausnahme: Jeder eine Halbe Radler. Super wars, auch wenn die Gäste in der Woche nicht so spannend sind wie die am Wochenende. Danach gings die 5 km runter nach Herrsching, wo wir erstmal bei Klemens und Christl über den Zaun stiegen und unsere ganzen Sachen in den Garten wuchteten. Das Zelt musste nochmal zum nachtrocknen aufgebaut werden, und als die Gastgeber kurz darauf einbrachen sah es im Garten aus wie in einem Feldlager.

Nach einem kurzen Plausch bei Augustiner im Garten gings dann zum Essen in den Seehof an den Ammersee… leider ohne Foto, sonst hätten wir jetzt hier den Beweis führen können, dass es der Ammersee bei entsprechendem Sonnenuntergang mit dem Gardasee sehr wohl aufnehmen kann.

Nach langem Schwatz und noch ein paar Glaserln grünem Veltliner sanken wir in unsere Betten… so lässt sich der Urlaub ausklingen!

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Cambiamento climatico – Klimawandel

12 Sep

Nach einem Frühstück mit Brötchen, gekochten Eiern und Kaffee auf unserer kleinen Trailer-Terrasse starten wir zu unserer Tour rund um den Gardasee. Also eigentlich nur rund um die Westseite, aber das sind allein auch schon 60 Kilometer. Nach einem Schlenker durch unseren Standort Peschiera del Garda, ein sehr hübsches, über Brücken ans Festland angeschlossenes Inseldörfchen, geht es stracks den See entlang. Zuerst recht touristisch, wird es weiter im Norden wieder traditioneller (wobei traditionell hier schwer nach habsburgerisch aussieht), mit schönen alten Häusern (Villen!), und vor allem vielen winzigen Galerien oder Tunneln – und jeder einzelne davon hat einen Namen. Die „Muse“ hatte es Anne besonders angetan, da wars nämlich zappenduster drin.

Nach dem Gardasee folgen wir weiter einem langgestreckten Tal, das bald von Apfelbäumen und Weinstöcken übersät ist. Für beides ist offenbar gerade Erntezeit, denn die Bauern tuckern mit sehr schmalen Mini-Traktoren, absurd hoch mit Kisten beladen, über alle Strassen. Die Landschaft wird immer „österreichischer“, wir sind ja auch mittlerweile in Südtirol. Und die Luft wird endlich kühler!

Nach einer kurzen Rast mit Panini und Cola geht es weiter nach Meran. Hier wieder der übliche Stadt-Irrsinn: Stau, Hitze, zu viele Autos und keine Parkplätze. Ganz zu schweigen von den vielen Menschen. Aber gutes Eis ham sie, und die Stadt schaut auch nett aus. Nach einer ausgiebigen Pause in einem düsteren Internetcafé (damit wir endlich mal wieder up to date sind mit dem Blog) stiefeln wir nch etwas durch die Stadt und schwingen uns dann wieder auf die Kräder, um unsere letzte Etappe in Angriff zu nehmen: Zum Camping im Vinschgau. Auf den letzten Metern – um noch bei der letzten Tanke vor dem Pass die Babies zu stillen – legt Jan einmal sanft die BMW an einer Kreuzung ab. Mit gemeinsamen Kräften richten wir sie wieder auf. Und schon haben sich die Anschaffungen vor dem Urlaub gezahlt gemacht: Anstatt größerer Schäden am Zylinderkopf gabs nur Kratzer am Sturzbügel und Steinschlagschutz.

Kurz unterhalb des Reschenpass, den wir morgen mit frischen Kräften angehen wollen, haben wir uns im Camping Mals einquartiert. Absolutes Luxus-Camping, mit Hammer-Ausblick auf die Berge, den luxuriösesten Wascheinrichtungen die wir bisher gesehen haben, und sogar die Heringe gingen widerstandslos in den Boden (und halten; auch noch wichtig). Mals ist im übrigen laut Campingplatzwärter die “Stadt” mit der höchsten Bankendichte (pro Einwohner), mehr als Frankfurt. Sie hat drei. Kann man sich vorstellen in welcher Metropole wir hier sind.

Es ist herrlich wieder in den Bergen zu sein, aber ein bisschen wehmütig werden wir schon… morgen gehts ab durch Österreich nach Deutschland, die Heimfahrt hat endgültig begonnen. Aber wir freuen uns auf unsere Bayern-Stationen: Abends sind wir in Herrsching bei Christl und Klemens zu Gast, am nächsten Tag bei Phil in Freising. Und dann ziehen wir weiter nach Baden Württemberg.

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Cacciatori del asfalto – Asphaltjäger

11 Sep

Aller guten Dinge sind zwei. Also geht’s nach dem immer effizienteren Packen noch einmal ins Städtchen. Mit der Transalp fahren wir bis fast an den Hauptplatz und versuchen in der näheren Umgebung ein Café oder eine Bar mit WLAN zu finden. Doch leider Fehlanzeige. Nicht nur, dass wir nichts finden. Nein, die verschiedenen befragten Italiener schicken uns in die verschiedenen Himmelsrichtungen, obwohl sie selbst keine Ahnung haben ob und wo es einen kostenlosen WLAN-Zugang in einem Café gibt – wir sind ja schließlich Sparbrötchen und finden Internetcafés nicht so dolle. Wobei wir selbst die nehmen würden aber – genau, Mittagspause, oder Vormittagspause, jedenfalls nüscht zu machen. Aber gut, darum machen wir das Gleiche wie am Vorabend: wir pflanzen uns auf die Piazza del Campo. Aber heute gibt’s da Frühstück mit frischen Cornetti (frz. Croissants), heissem Kaffee und Trauben…

Es ist später Vormittag als wir uns durch die mit Touristen angefüllten Gassen in Richtung Duomo schieben. Die Kathedrale von Siena erinnert an die große Gebetshütte in Florenz – sowohl was die Größe als auch die Farbgebung angeht. Sie ist ebenso weiß mit schwarzen Querstreifen. Schon damals wussten die Architekten, dass Querstreifen auftragen. Und das ist für eine Stadt sehr wichtig, wenn man bedenkt, dass Siena und Florenz sowohl wirtschaftlich als auch politisch miteinander in Konkurrenz standen.

Wie so häufig ist auch das Bestaunen der Innereien dieses architektonischen Meisterwerks mit einem Obolus verbunden. Und nachdem wir kurz durch einen der Ausgänge ins Innere gelugt und unsere Zeitplanung überprüft haben, wird entschieden den Weg in Richtung Motorradparkplatz fortzusetzen. Eine kurze Fahrt bringt uns wieder zurück zu unserer Herberge wo wir die Maschinchen wieder komplett beladen und uns in Richtung Norden aufmachen.

Unsere Fahrt durch die Toskana beginnt wieder in der bekannten Mittagshitze. Mit der Ankunft in Florenz und der Stop-and-Go-Fahrt durch die Stadt besteht schon wieder die Gefahr der Hirnvertrocknung. Eine kurze Rast lindert die Qualen und kurz danach sind wir endlich wieder auf den geliebten kurvigen Straßen durch die Täler und über die Hügel der Toskana. Eine grandiose Strecke, die leider immer wieder von den in der Zwischenzeit wohl bekannten Trantüten und Sonntagsfahrern* – ja es war Sonntag – besetzt waren. So kamen wir langsamer voran als gewünscht und mussten unsere Schwünge durch die Kurven immer mal wieder abbremsen.

Die Toskana weicht irgendwann der Emilia Romagna, die bewaldeter ist und deutlich höhere Hügel aufweist (Mehr Schatten! Olé!) – aber auf jeden Fall auch eine großartige Strecke durch die „cinque valle bolognesi“. Bis auf die üblichen Autostörfälle. Am Ende der fünf Täler vor Bologna hüpfen wir dann pünktlich zum Auftakt der vermutlich etwas langweiligeren Po-Ebene auf die Autostrada – wohl gemerkt so eine Art Autobahn, aber mit zusätzlichen Mautgebühren. Nicht genug, dass es ein relativ langweiliger Streckenabschnitt werden sollte, wir mussten auch noch dafür bezahlen. Aber es hat sich gelohnt, denn so passierten wir Bologna, Modena, Verona in 1 ½ Stunden und kamen sogar noch bei Tageslicht am Gardasee an. Am Campingplatz waren keine Zeltplätze mehr frei – aber da wir seit 10. September die die supergünstige NebenNebenNebensaison haben (geht bis zum Schließen des Platzes im November!) konnten wir für schlappe 36 Euros einen super-duper Miet-Wohnwagen beziehen. Der steht eben fest auf dem Campingplatz, ist einfach eingerichtet, bietet jedoch den Komfort eines Bungalows. Anne ist ganz hingerissen und will jetzt auch in Frankfurt im Trailer wohnen. Der würde auch gut zu unserem Casino-Hinterhof passen….damit: Gute Nacht!

*Es gibt zwei Arten italienischer Autofahrer: Die, die irre schnell fahren und gerne Kolonnen in unübersichtlichen Kurven überholen, und die, die die Geschwindigkeitsbegrenzung um 50% unterschreiten – weil sie gerade die Landschaft bewundern oder nicht wissen ob sie verkehrt gefahren sind und überlegen was sie jetzt als nächstes tun sollten. Wir vermuten, dass jeder Italiener beide Fahrpersönlichkeiten in sich vereint, das ist aber noch nicht verifiziert.

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Febbre di Toscana – Toskanafieber

10 Sep

Wenn man spät ins Bett geht und davor Bier mit Wein mischt, kann man davon ausgehen, dass man mit einem Kater aufwacht. Das hat dann Jan übernommen und Anne ist in diesem Fall glimpflich davon gekommen. Deshalb hieß es ab 8 Uhr Arbeitsteilung: Jan hat sich auf der Isomatte mit seinem Kater beschäftigt und Anne fuhr nach Chiusi um Wäsche zu waschen – so großartig haben unsere Sachen schon seit Langem nicht mehr gerochen.

Wir hatten uns am Vorabend auch gleich wieder für mittags mit Alessandro verabredet. Pünktlich um 13 Uhr kam er mit Nicoletta angebraust und dann wurde erst einmal schön geluncht. Wein mussten wir leider ablehnen – wir wollten ja noch ein paar Kilometerchen schrubben – aber dafür gabs tolles Mangio aus der Gegend: Fisch, Bohnen und Garnelen aus dem See in Blickweite unseres Zeltes. Alles war gekocht, gegrillt und angerichtet auf etruskische Art. Sozusagen ein prä-römisches Mittagessen.

Nicoletta musste dann wieder zurück zur Arbeit. Ale übernahm im Auto die Führung und lotste uns zuerst in seiner Heimatstadt in eine sehr alte Kirche und danach nach Pienza. In Pienza wird Käse hergestellt und verkauft. Es ist ziemlich schwierig den ganzen Verlockungen zu widerstehen, wenn man mal einen Käsefachgeschäft in Pienza betreten hat. Es gibt unzählige Arten, wie der Käse reifen darf: eingewickelt in Olivenstrauchblätter, Nussbaumblätter, ummantelt von Asche, mit Chili-Schoten… und es duftet einfach herrlich. Darüber hinaus gibt’s nen super Ausblick über die toskanische Landschaft, die sich im September in verschiedensten Rottönen zeigt.

Ale musste sich dann verabschieden und wir fuhren ohne Lotsen in Richtung Siena – nicht ohne dass Alessandro noch halb Siena nach einer Unterkunft abtelefoniert hatte. Denn wir sind zwar schon in der Nebensaison unterwegs, aber in Siena interessiert das wohl keinen. Da ist immer gestopft voll. In Alessandros altem Studenten-„Wohnheim“ war noch was frei. In der Zwischenzeit in eine Herberge umgewandelt und immer noch zwei, drei Kilometer von der Stadt entfernt, aber immerhin eine Unterkunft, die uns wieder näher in Richtung Heimat stationiert. Auf Nachfrage bei der Herbergs-Mama, wann der Bus in die Stadt führe gab es die erste Falschinformation der kommenden Tage: Abfahrt 20:15. Blick auf unsere Uhr: 19:56 – uuuuuuuuppppssss… Also raus aus die Klamotte, Wasser auf den Astral-Moppeteur-Körper geschmissen, rinn in die Klamotte und zur Busstation gedüst. Und, ihr ahnt es schon, dann mal noch ne Viertelstunde gewartet – bis zur eigentlichen Abfahrtszeit. Der Mini-Bus brachte uns ins Zentrum von Siena wo wir uns auf dem Hauptplatz der Stadt – der Piazza del Campo – den Hintern an noch warmen Steinen wärmten…

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Posljednji madež Brod odvesti – Ein letztes Mal: Boot fahren

9 Sep

Nach einer mehr oder weniger erfrischenden Nachtruhe im Kühllabor packten wir um kurz vor sieben unsere Sachen zusammen und stiegen die 6 Stockwerke hoch an Deck, um beim Sonnenaufgang über der Adria zu frühstücken. Wie der ganze Rest des Schiffs, also teilten wir uns die stille Schönheit mit einer mittleren italienischen Kleinstadt – schön wars trotzdem. Und vor allem: anständiger Espresso aus der Schiffsbar! Doswidanje slowenisch-kroatischer Pulverkaffee!

In Ancona angekommen machten wir uns gleich auf den Weg Richtung Perugia, unserer ersten Station an diesem Tag. Die Landschaft wurde langsam schöner, die Strassen kurviger, und ein Strassenschild erklärte dann auch warum: Benvenuto a Umbria!

Kurz vor Perugia dann ein Schrei übers Intercom: Assisi! Da steht Assisi! Das sind nur 10 km! Da müssen wir hin! Jan war zunächst nicht ganz so überzeugt, und ich befürchtete schon, dass ich uns in irgendeine langweilige Pilgerstadt schleppen würde, aber an einer bestimmten Stelle öffnete sich plötzlich ein Panorama-Ausblick auf die auf einem Berg gelegene Stadt – überwältigend!

Assisi war dann auch aus der Nähe betrachtet wunderschön, nur tatsächlich vom Pilgertourismus geprägt und dementsprechend überorganisiert und -reglementiert. Überall Verbotsschilder, aber die nette Polizeistreife zeigte uns dann einen Parkplatz der trotzdem ging. Wir erliefen uns die Altstadt und besuchten die total verstopfte, kommerzialisierte Doppelbasilika des Hl. Franziskus – wenn man die Tourimassen, die Tour-Guides, die „Sponsored by …“-Schilder und die bezahlpflichtigen elektronischen Infotafeln ausblenden kann (konnte Jan nicht so gut), ist es trotzdem ein sehr beeindruckender und schöner Bau, mit wunderschönen, üppigen und üppig bunten Wand- und Deckenmalereien, Reihen von Chorstühlen mit jeweils unterschiedlichen Holzintarsien… viel zu Entdecken!

Nach der Altstadt wollten wir noch einen Abstecher zum unterhalb gelegenen Kloster (?) San Damiano machen – mittlerweile hatte jedoch die Mittagshitze voll zugeschlagen, und nach den 5 Minuten Fahrt kochten wir mal wieder in unseren Anzügen – also weiter, Scheiss auf Kultur, Hauptsache Fahrtwind!

Unsere nächste Station Perugia war den Besuch auf definitiv wert, auch wenn wir auf dem Weg dahin wieder mehrmals von den italienischen bereiften Mordkommandos (Autos) bedrängt wurden. Die Italiener DENKEN zwar, dass sie gleichzeitig telefonieren, sich die Haare machen und in der dritten Spur (die auf dem Mittelstreifen) fahren können, aber das klappt nicht immer. Egal, wir kamen an, Perugia war schön, aber mittlerweile ordentlich aufgeheizt. Deshalb hatte auch die Kappelle mit dem Raphael-Fresko zu: Nachmittagspause. Zum Glück bieten Altstädte viel Schatten, und vielleicht lag es an dieser Schattensuche, aber wir haben uns hoffnungslos verlaufen. Trotzdem wir mehrfach falsch geschickt wurden (von deutschen Touristen, deutschen Studenten und italienischen Anwohnern) fanden wir irgendwann unsere Moppeds wieder und machten uns auf zur nächsten Etappe – nach Chiusi, wo die Toscana beginnt und wo Jans Freund Alessandro lebt. Den von ihm empfohlenen Campingplatz am See fanden wir recht schnell, und nach dem Zeltaufbau und einer dringend nötigen Dusche holte uns Ale für unser Abendprogramm ab. Zusammen mit seiner Freundin Nicoletta sind sie Mitorganisatoren eines lokalen Rockfestivals, eigentlich ein Bier-Essen-Jahrmarkt-Rock-Festivals (http://www.liverockfestivalofbeer.it) , bei dem die Omis aus dem Ort hinter den Kulissen das (mehrgängige, hervorragende) Essen zubereiten, das dann vorne von der nächsten oder übernächsten Generation serviert wird. Und nachher machen sich alle schick und gehen von Stand zu Stand und hören der Musik zu, auch wenn ich vermute dass die wenigsten aus der Generation 70+ mit Tricky (dem Main Act am Freitag) was anfangen konnten.

Wir haben fürchterlich viel getrunken, unter anderem mehrere sehr gute Biere (Zwick’l Kellerbier, vom Fass!) und viel zu viel gegessen, und sind kurz nach dem letzten Konzert auf einer Bank eingepennt wie die Fünftklässler. War halt auch ein langer Tag – aber ganz großartig!

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Pronovno Brod odvesti – Wieder Boot fahren

8 Sep

Wir versuchen die relative Morgenfrische zu nutzen und brechen früh auf. Nächste Station ist Jelsa, die dritte und letzte Stadt auf Hvar die es zu einer Erwähnung im Reiseführer geschafft hat. Hier sind wir dann endgültig in der hübsche-mittelalterliche-Stadt-Schleife angekommen: Zumindest Anne fällt es sehr schwer, noch Neues zu entdecken („Warn wir hier nicht schon mal…?“). Von Jelsa aus durchfahren wir die Insel bis zum anderen Ende, wo eine weitere Fährverbindung mit dem Festland besteht. Vor den Schlaglöchern auf dieser Route hatte uns ein niedersächsisches Paar auf dem Campingplatz gewarnt, dementsprechend fahren wir recht vorsichtig und nehmen die Geschwindigkeitsbeschränkungen ausnahmsweise ernst (was kein Kroate tut). Stellt sich aber alles als halb so schlimm raus. Die im Reiseführer angekündigten Lavendelfelder und verlassenen Dorfruinen sind aber offenbar eine Fremdenverkehrs-Fata Morgana. Macht nichts, die Bewohner der angeblich verlassenen Dörfer sind freundlich, von den tatsächlich vorhandenen vereinzelten Lavendelbüschen (gut versteckt zwischen jeder Menge Olivenbäumen) werden am Strassenrand Produkte verkauft, und wir erreichen den Fährhafen ohne Probleme. Auf der Überfahrt treffen wir wieder einmal ein anderes Moppeteur-Pärchen. Die beiden kommen aus der Nähe von Kassel, und der Mann hat schon ziemlich viel erlebt mit seinem Motorrad und hat ziemlich viel zu erzählen. Ziemlich. Viel. Hessi James kommt einem in den Sinn, und es ist unser Glück, dass die Überfahrt nur eine halbe Stunde dauert, sonst würden wir jetzt mit blutenden Ohren in der Adria treiben. Auf dem Festland angekommen machen wir uns zackig aus dem Staub, wieder nordwärts Richtung Split, wo abends unsere Fähre nach Ancona übersetzt. Wir genießen unsere letzte Fahrt an der kroatischen Küste entlang, und in Split angekommen statten wir dem Diocletian-Palast noch einmal einen Besuch ab (und machen mal Fotos bei Tageslicht).

Und dann sind wir sogar noch schneller in Italien als gedacht. In der Auffahrzone für die Verladung der Autos und Motorräder in die Fähre hört, spricht und versteht man italienisch, überall haben Leute Autos in der Schlange geparkt und sind in aller Ruhe einen Café trinken gegangen, während der Rest wild hupend und schreiend versucht an ihnen vorbei das eigene Gefährt in die Fähre zu schubsen. Wundersamerweise kriegen alle ihren Platz. Unsere Motorräder stehen besser als wir, wir müssen zwei Decks runter und stehen dann in einem grellpinken, -gelben und -blauen Farbalptraum, mit langen Liegesitzreihen und runtergekühlt auf gefühlte minus 10 Grad. Aber wir ham ja auch billisch gebucht, dann kriegt man auch billisch. Die coolen italienischen Moppedfahrer neben uns (auch unter der Wasserlinie kann man eine Sonnenbrille tragen) geben uns dafür schon mal Tipps für die nächsten Tage. Nach einem kurzen Trip auf Deck und durch alle Decks sind wir mal wieder hundemüde und legen uns zum schlafen quer über mehrere Sitze – zum Glück sind ja die meisten Plätze leer.

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Brod odvesti – Boot fahren

7 Sep

Frühstücken auf zwei Hockern im Mini-Innenhof unseres netten Hostels, mit Morgensonne auf der Nase und morgenmuffeligen Schildkröten, die sich überall hin verkrochen wo noch ein bisschen Schatten zu vermuten war. Dann mal wieder die Sachen packen, aufs Mopped und los – zum Hafen von Split, um die Fähre nach Stari Grad auf der Insel Hvar zu nehmen. Dort angekommen fanden wir dann – trotz Sandra, der Navigatoren-Braut aus der Hölle – recht schnell unseren Campingplatz, auf dem ein Essener gerade sorgfältigst und liebevoll sein Auto wusch und abtrocknete. Das war die wohl sinnloseste Tätigkeit, die wir auf den kroatischen Inseln (bestehend aus Fels, Staub, und wenig grün) bisher beobachten konnten. Aber jedem das Seine. Wir brachen lieber nach einer Dusche zur Erkundung von Stari Grad auf, bewunderten die komplett verrostete Minigolf-Anlage aus jugoslawischen Zeiten und genossen die Kühle (!) am Hafen, dank bedecktem Himmel und ordentlich Wind. Stari Grad hat viele schöne uralte Häuser, und ist ansonsten reichlich entspannt – es gibt zwar Touris, aber die meisten halten sich in Hvar-Stadt auf. Dorthin machen wir noch eine kleine Abendtour, über eine landschaftlich sehr schöne Strecke, die uns an der Küste von Hvar entlang an vielen winzigen Dörfchen vorbeiführt. Mittlerweile gibt es auch eine kürzere Route mit Tunnel zwischen Stari Grad und Hvar, dementsprechend wird die längere Route nur von Fahrradfahrern und  Anwohnern genutzt. Und ist dementsprechend nicht im besten Zustand, aber eben auch schön leer!

Hvar-Stadt ist auch sehr schön, aber langsam fangen diese kroatischen Inselstädte an sich ähnlich zu sehen… Abends essen wir sehr lecker in Stari Grad zu Abend und bekommen auch zum erstenmal einen ordentlichen kroatischen Rotwein vorgesetzt, dessen Namen wir leider gleich wieder vergessen. Aber er beschert angenehme Träume, selbst auf hartem kroatischem Campingboden.

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opet kopno – Wieder Festland

6 Sep

Am frühen morgen krabbelen wir aus dem Zelt und machen uns nach 2 Bummeltagen mal wieder an den Abbau. Bereits um 9 Uhr wurde es in der Sonne derart heiss, das wir unser Gepäck in den Schatten räumen und dort zusammenpacken müssen. Dadurch wird  jedoch auch das Zelt, dass in der Nacht einen Regenschauer aushalten musste (von Jan wie immer seelig verpennt, während Anne übervorsichtig alle Sachen im Vorzelt nochmal umstapelte, um die wasser-empfindlichen Sachen – wie die Kamera – in Sicherheit zu bringen), rappe-zappe schnell wieder trocken. Nach einem Frühstück auf der Treppe und tiefgehenden philosophischen Gesprächen mit zwei Brüdern (9 und 10) über unsere liebsten Charaktere in den Star Wars-Filmen brechen wir auf.

Mit der Fähre aufs Festland, ein paar Kilometer Küstenstrasse schrubben, und dann wieder mit der Fähre übersetzen – auf die Insel Pag.

Pag ist lang und kahl. So richtig kahl. Aber die Strassen sind größtenteils gut ausgebaut, und mit dem Meer im Hintergrund, dass man immer mindestens auf einer Seite der Strasse sieht, ist die Fahrt durch diese etwas ausgemergelte Landschaft wunderschön. Nur Schafe sehen wir keine, obwohl die doch hier überall rumstehen müssten um das salzige Kraut zu fressen, dass zu dem exzellenten Geschmack des Pager Käses führt…

Egal, nach kurzer Zeit schon  rollen wir über ein Brücke – und sind wieder auf dem Festöand. Jan will es erst nicht so ganz glauben, aber das Panorama ist recht eindeutig. Nach einer kurzen Rast mit unserem neuen Grundnahrungsmittel Cola geht es weiter nach Zadar. Nach einigen Irrfahrten an der Marina entlang finden wir unsere nigelnagelneue Jugendherberge und stellen uns erstmal lange unter die Dusche. Nach ein paar Stunden auf dem Motorrad in dieser Hitze fühlt sich eine einfache Dusche jedesmal so großartig an wie ein ganzer Spa-Aufenthalt.
Nachdem wir den Mitarbeiter der Herberge überreden können, die Bar etwas früher zu öffnen, trinken wir mit einem anderen Moppedfahrer ein Bier. Jeffrey ist ein asiatischer Australier, der die letzte Dekade im londoner Finanzdschungel gearbeitet und ordentlich Geld verdient hat – und dann keinen Bock mehr hatte. Deshalb hat er gekündigt, seinen Motorradführerschein gemacht und sich ein nettes, klassisches Motorrad gekauft, mit dem er seit drei Monaten durch den Balkan tourt. Was er so erzählt macht auf jeden Fall Lust auf weiterfahren… aber wir haben ja leider nur drei Wochen. Nächstes Mal.

Abends erkunden wir noch die Altstadt von Zadar und besuchen die Hafenorgel – eine großartige dauerhafte Kunstinstallation. In die Steinmauer der Marina wurden Hohlräume eingebaut, die über Öffnungen mit dem Meer verbunden sind. Durch die Wellenbewegungen entsteht ein sanfter Klangteppich, nie aufdringlich, ein bisschen wie leise Walgesänge. Ideal um sichdabei auf den Steinen sitzend den Sonnenuntergang anzusehen.

Wir erbummeln uns noch etwas die überall herumstehenden römischen Ruinen, trinken ein Bierchen, gucken Leute und fahren dann wieder mit dem Bus zurück zur Herberge. Morgen gehts nach Split!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ispregnuti (entspannen)

5 Sep

Von den Plitwitzer Seen nach Rab: Von grün zu kahl. Zwar gibt es auf Rab auch grün, aber es ist doch recht eingeschränkt. Rab ist ordentlich felsig, holt aber was Schönheit angeht alles aus Felsen raus was geht.

Der erste Tag ging größtenteils mit waschen, ausruhen und schwimmen drauf. Der Campingplatz namens Padova III, der wie ein Großteil der Hotels auf Rab zur Imperial-Kette gehörte, sackte  gegenüber den slowenischen Campingplätzen deutlich ab was Charme und Qualität anging, hatte dafür aber seine eigene Bucht zum planschen und abkühlen. Da es hier  zwischen 10 und 16 Uhr zu heiss ist, um einen klaren Gedanken zu fassen, ist das auch dringend nötig. Keine Ahnung, wie das all die anderen Touristen im Juli und September aushalten, aber wenn wir das nächste Mal im Sommer mit dem Motorrad verreisen gehts nach Schweden oder England.

Abends Besichtigung von Rab, wirklich sehr schöne mittelalterliche Altstadt, und wenig Nepp. Zurück zum Campingplatz wollten wir eines der Wassertaxis nehmen, deren Besitzer wohl alle eine spezielle Macke haben (der Spongebob-Taxifahrer hat überall Schwämme hängen und einen aus einem Schwamm geschnitzten Hut auf, der Disco-Taxifahrer … erklärt sich selbst), aber die waren alle unterwegs. Also über diverse Buchten und Marinas zurücktapern und hundemüde ins Zelt fallen.

Am nächsten morgen brachen wir mit einem Touri-Boot zu einer Tagestour rund um Rab auf – inklusive Besuch von zwei ehemaligen Gefängnisinseln und einem gesunkenen Wrack, und, sehr wichtig, mehreren Badepausen – denn auch jetzt ist es wieder HEISS HEISS HEISS. An Bord gibts leckeren Fisch zu Mittag und immer wieder selbstgebrannten Slivovic vom Kapitän zu trinken – in mehreren undefinierbaren Geschmacksrichtungen, aber wirksam – der Großteil der Leute verlässt das Boot angeschickert.

Am Abend kloppen wir das Geld, das wir durchs campen sparen, in einem Restaurant auf den Kopf und schlemmen in Miesmuscheln und Pasta mit Trüffeln und Scampi – und probieren (mal wieder) vom leckeren dalmatischen Schinken und (zum erstenmal) vom Pager Käse, der stark an Parmesan erinnert. Der Wein ist nicht so doll, steigert die Qualität aber im Laufe des Abends.

Wir wollen am nächsten morgen aufbrechen, und natürlich regnet es in der Nacht. Da aber am nächsten morgen die Sonne wieder früh morgens runterknallt, ist das Zelt trotzdem bald wieder trocken, und wir können aufbrechen bevor wir einen Hitzschlag kriegen. Auf nach Süden, da hats bestimmt mehr Schatten…

 

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